Die perfekte Welle

Von , 2. Mai 2015 19:39

Rönne/Bornholm – Gedser (119 sm) 30.4.2015

Der Morgen dämmert auf Bornholm und wir setzen die Segel, um zunächst auf Halbwindkurs gen Westen zu gelangen.
Auch wenn man den Wetterberichten nicht immer trauen kann (eine Flaute entpuppte sich neulich als 10 kn Wind genau auf die Nase), können wir von Glück sagen, daß die Sonne uns auf dem Törn immer treu begleitet hat, so auch wieder heute.

Als die Wellen länger und höher werden, knackt Carsten erstmals die 10-kn-Marke bei einem rasanten Surf ins Wellental.

Der Nachmittag beschert uns den ersten Regenschauer des gesamten Törns und der Wind schläft ein. Motorenderweise fließen die folgenden Stunden ruhig und unspektakulär dahin. Den Bordchronisten haut es nach der Einnahme einer Pille gegen Seekrankheit zu einem komatösen Nickerchen aus den Socken – beim Skipper braucht es die doppelte Menge, bis auch er beschließt, eine Runde an der komfortablen Matratze zu horchen.

Nach einem belebenden Kaffee sehen wir Rügen und Hiddensee und das Leuchtfeuer von Dornbusch an Backbord in der dämmernden Ferne vorbeiziehen. Zum Einbruch der Dunkelheit ist nach dem Queren der Fahrrinne vor Gedser ein „rot-grünes Gehampel“ (O-Ton Jens) am Horizont auszumachen – die Lichtzeichen sind einigermaßen verwirrend und erinnern stark an die alljährliche Weihnachtsbeleuchtung in den Kaufhäusern.

Die Anfahrt auf den Yachthafen Gedser gestaltet sich zu einem spannenden Erlebnis: Bei langsamster Fahrt hangeln wir uns mit der Taschenlampe von Tonne zu Tonne des unbeleuchteten Nebenfahrwassers – einzeln tauchen die Seezeichen als kleine rote und grüne Punkte gespenstisch im Lichtkegel vor uns auf, um nach dem Passieren querab wieder im Stockdunklen zu verschwinden.

Mit der Aussicht auf einen kurzen morgigen Schlag ans Ziel fallen wir erschöpft in die Betten.

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